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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
nicht nur bei einer Krebserkrankung mit unbekanntem Primärtumor (CUP-Syndrom) kommt die Diagnostik häufiger mal ins Schleudern, auch bei sehr seltenen Tumortypen oder schwer zugänglichen Hirntumoren kann es schwierig werden. Abhilfe schaffen könnte künftig ein Modell mit Künstlicher Intelligenz (KI), das auf Grundlage des epigenetischen Fingerabdrucks von Tumoren zuverlässig und schnell bei der Klassifizierung des Tumortyps hilft, bei Hirntumoren teils sogar anhand einer Liquorprobe. „Unser Modell erlaubt in 99,1 Prozent aller Fälle eine sehr präzise Diagnosestellung von Hirntumoren und ist genauer als bisherige KI-Modelle“, unterstreicht Dr. Philipp Euskirchen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Seniorautor einer Studie zu dem neuen Modell. „Darüber hinaus konnten wir auf gleiche Weise ein KI-Modell trainieren, das über 170 Tumorarten aus allen Organen mit einer Treffsicherheit von 97,8 Prozent unterscheiden kann.“
Kommen wir von der Diagnostik zu topaktuellen Daten von der Jahrestagung der American Association of Clinical Oncology (ASCO), die Anfang Juni in Chicago, USA, zu Ende gegangen ist. So belegen Ergebnisse der Phase-III-Studie NIVOPOSTOP, dass Nivolumab zusätzlich zur Radiochemotherapie nach der Operation das Rezidivrisiko beim lokal fortgeschrittenem Kopf-Hals-Karzinom verringern kann. In ähnlicher Weise zeigen Daten der ATOMIC-Studie, dass der Zusatz von Atezolizumab zu FOLFOX beim Kolonkarzinom mit defizienter Mismatch-Reparatur die Rezidivrate und Mortalität gegenüber FOLFOX allein halbiert.
Bei resektablen Karzinomen des Magens und des gastroösophagealen Übergangs im Stadium II, III und IVA führte perioperatives Durvalumab als Ergänzung des FLOT-Regimes in der MATTERHORN-Studie zu einem längeren ereignisfreien Überleben. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Phase-III-Studie DESTINY-Breast09 dazu beitragen, dass sich die Kombination von Trastuzumab-Deruxtecan mit Pertuzumab zu einer neuen Standardtherapie-Option für HER2-positiven metastasierten Brustkrebs entwickeln wird – so zumindest die Einschätzung von ASCO-Expertin Prof. Rebecca Dent. Die Kombination verzögert die Progression in dieser Population, verglichen mit einem Taxan in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab.
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Ich wünsche Ihnen eine sonnige Woche!
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