Ausgabe 23/2026

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Donnerstag, 04. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

im Rahmen der radikalen Prostatektomie bei lokalisiertem Prostatakrebs wird üblicherweise keine perioperative Therapie angeboten – höchstens eine kurzzeitige adjuvante Androgendeprivationstherapie (ADT) bei Patienten mit hohem Rezidivrisiko. Eine randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie, die am vergangenen Sonntag beim Kongress der American Society of Clinical Oncology in Chicago (USA) vorgestellt wurde, könnte dies in Zukunft ändern: Die Studienautoren berichten über deutlich verbesserte Ergebnisse, wenn zusätzlich zu einer perioperativen ADT auch noch Apalutamid verabreicht wurde. Allerdings nimmt die PROTEUS-Studie damit zwei Schritte auf einmal, da nicht gegenüber der Standardbehandlung ohne ADT geprüft wurde – ein Umstand, der bereits zu Anfang der Studie kritisiert wurde.

Doch auch Daten vom aktuellen Kongress der American Urological Association in Washington/DC (USA), derzeit noch in Phase II, gehen in diese Richtung: Hier berichteten die Wissenschaftler über bessere Ergebnisse in Bezug auf Kontinenz und erektile Funktion, wenn die Patienten vor der radikalen Prostatektomie eine neoadjuvante Therapie, ebenfalls mit Apalutamid, erhalten hatten. Sie führen dies auf verbesserte Möglichkeiten zur nervenschonenden Operation nach der Vorbehandlung zurück.

Und als würden sich die Paradigmenwechsel jagen, beginnt die Urologische Universitätsklinik Wien (Österreich) erstmals in Europa mit einer neuen robotischen Technik zur Behandlung von Prostatakrebs, bei der nicht die gesamte Prostata, sondern nur der Tumor mit Sicherheitsabstand entfernt wird, wie es in der Brustkrebschirurgie inzwischen Usus ist. Die Wiener Urologen werden die Technik im Rahmen einer Studie mit Unterstützung aus New York (USA), wo die Technik entwickelt wurde, evaluieren.

Bei so viel Revolution kann man froh sein, wenn auch einmal eine urologische Gewissheit bestätigt wird: Selbst die Cochrane-Gesellschaft mit ihren strengen Kriterien kommt inzwischen zu dem Schluss, dass das Prostatakrebs-Screening wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs verringert.

Eine spannende Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Erfolg mit perioperativer Therapie bei lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom

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Eine perioperative Therapie könnte beim lokalisierten Hochrisiko-Prostatakarzinom neuer Standard werden. Darauf weisen die Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie hin, die am 31.05.2026 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago (USA) vorgestellt wurde.

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Lokalisierter Hochrisiko-Prostatakrebs: Neoadjuvante Therapie verbessert Kontinenz und Potenz nach Prostatektomie

Könnte eine neoadjuvante Hormontherapie vor einer Prostatektomie bei Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom zu einem besseren Kontinenz- und Potenzerhalt führen? Eine aktuelle Phase-II-Studie aus den USA scheint dies zu bestätigen.

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Prostatakrebs: Wiener Urologie prüft neue Technik zur Teilentfernung der Prostata

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Bei einem neuartigen chirurgischen Ansatz bei Prostatakrebs wird nur ein Teil der Prostata roboterassistiert entfernt. Die Universitätsklinik für Urologie von MedUni Wien und AKH Wien (Österreich) wendet als erstes Zentrum in Europa die neue Technik an.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusatz von intravesikalem rekombinantem BCG zur perioperativen Chemoimmuntherapie bei muskelinvasivem Blasenkarzinom: Primäranalyse der einarmigen Phase-II-Studie SAKK 06/19
J Clin Oncol 29.05.2026

Die mittels Computertomographie ermittelte extrazelluläre Volumenfraktion ist mit hochgradigen Rezidiven bei nicht muskelinvasivem Blasenkarzinom assoziiert, das mit intravesikalem Gemcitabin und Docetaxel behandelt wurde.
BJU Int 28.05.2026

Entfernung von Nierensteinen am Arbeitstisch während der Nierentransplantation: Eine systematische Übersichtsarbeit
Clin Transplant 2026;40(6):e70580.

 
 

Cochrane-Review: PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs

Ob Bluttests auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) zur Früherkennung von Prostatakrebs mehr Nutzen als Schaden bringen, wird auch in Deutschland seit Jahren kontrovers diskutiert. Ein aktualisierter Cochrane-Review zeigt: Das PSA-Screening senkt innerhalb der untersuchten Zeitspanne von 23 Jahren wahrscheinlich das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben.

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Grundlagenforschung zum Spermientransport auf dem Weg zur „Pille für den Mann“

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Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der RWTH Aachen sowie der Universitäten Bonn, Gießen und Münster arbeiten im Forschungsverbund „ContraPur“ an der Entwicklung einer neuartigen Verhütung für Männer. Langfristiges Ziel ist eine sichere, reversible und nicht hormonelle Verhütungsmethode.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Beim diesjährigen parlamentarischen Abend der Deutschen Gesellschaft für Urologie ging es um die Zukunft der urologischen Aus- und Weiterbildung.
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Der Berufsverband der Deutschen Urologie bekräftigt seine Haltung für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und sicheres Arbeitsumfeld im gesamten Gesundheitswesen.
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TERMINE:

Symposium 2026: Der Beckenboden – Evidenz, Herausforderungen, Perspektiven
10. Juni 2026
Regensburg

AKO-Symposium „Was ändert sich in der Uro-Onkologie”, Block 4
10. Juni 2026
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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie
10. - 13. Juni 2026
Koblenz

 
 

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