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Liebe Leserinnen und Leser,
bei der aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft sind Deutschland und Schweden bekanntlich beide im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Beim Prostatakrebs-Screening haben jedoch die Skandinavier die Nase vorn: Dort läuft bereits ein Programm, bei dem die einzelnen Regionen des Landes nacheinander ein risikoadaptiertes Screening anbieten. Auch Schweden wollte kein generelles Screening, aber dort hat man die bestehende Datenlage als ausreichend angesehen, um das streng risikoadaptierte Programm zu starten. Dabei wurde bereits nachgewiesen, dass mithilfe der Risikoanpassung Überdiagnostik und -therapie deutlich vermieden werden. Hierzulande fordert dagegen das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Verlängerung, bevor es irgendwann vielleicht eine positive Nutzen-Kosten-Bilanz erkennt. Oder ruft vorher der Bundeskanzler beim IQWiG-Chef an, um die rote Karte gegen das Prostatakrebs-Screening zurückzunehmen? Doch bevor sich hier Zustände wie in den USA breit machen, warten wir lieber ab.
Überhaupt nicht warten will die Bundesregierung beim GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Mit einigen Änderungen will sie es noch diese Woche durch den Bundestag peitschen. Doch da hat die Regierung die Rechnung ohne die Opposition gemacht. Die Grünen wollen mehr Zeit zur Überprüfung erstreiten und die Abstimmung hinter die Sommerpause verschieben.
Aus der Wissenschaft gibt es einige überraschende Erkenntnisse zu vermelden: Veränderungen der DNA-Methylierung in den Spermien älterer Väter können sich auf die fetoplazentare Einheit der Mutter übertragen und die neuronale Entwicklung des Kindes beeinflussen. Bei der Resistenzentwicklung von Nierenzellkarzinomen auf Tyrosinkinaseinhibitoren scheinen intratumorale Pneumokokken eine Rolle zu spielen. Und eine präoperative Magnetresonanztomographie kann helfen, die Nierenfunktion nach einer Nephrektomie vorherzusagen.
Viel Spaß und Erkenntnis beim Lesen wünscht Ihnen
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