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Liebe Leserinnen und Leser,
ob und wie man Prostatakrebs über den Urin nachweisen und diagnostizieren kann – daran wird weiterhin fleißig geforscht. Neue Daten aus einer Studie der Johns Hopkins University legen nahe, dass eine zuverlässige Diagnose mithilfe von drei Biomarkern möglich sein könnte. Die Forschenden unter der Leitung von Prof. Ranjan Perera identifizierten TTC3, H4C5 und EPCAM als sensitive und spezifische Indikatoren für Prostatakrebs, deren RNA im Urin der Patienten nachweisbar ist. Das könnte ein wichtiger Fortschritt in Richtung nicht invasiver Diagnostik sein.
Bei gesicherter Diagnose empfiehlt sich womöglich die frühzeitige, engmaschige Überwachung des Harnsystems, insbesondere der Blase und oberen Harnwege. Zu diesem Schluss kommt ein chinesisches Forschungsteam in einer neuen Studie, in der die Forschenden Daten von Patienten mit Prostatakrebs und malignen Zweitkrebserkrankungen auswerteten. Sie stellen nicht nur ein hilfreiches Tool zur Überlebensprognose dieser Patienten bereit, sondern entdeckten mittels einer genetischen Analyse auch einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Prostatakrebs und Urothelkarzinomen.
Außerdem habe ich Ihnen eine Studie von Ärzten aus Großbritannien mitgebracht, die in ihrem Krankenhaus untersuchten, ob Operationsverläufe dadurch beeinflusst werden, wie gut sich das OP-Team kennt. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Bei größerer Vertrautheit des Teams einschließlich der Anästhesisten wurden unter anderem kürzere OP-Zeiten und kürzere Krankenhausaufenthalte beobachtet. Die Daten könnten als Grundlage für ein verbessertes OP-Management dienen, von dem sowohl Patienten als auch Ärzte profitieren.
Zum Schluss möchte ich Sie noch über ein Update in der Leitlinie zu Lichen sclerosus und ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Nierenkrebs bei langfristiger Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten informieren.
Viel Spaß beim Lesen und eine erfolgreiche Woche wünscht Ihnen heute im Namen der Redaktion
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