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Liebe Leserin, lieber Leser,
aktuelle Studien beleuchten neue Aspekte rund um das Melanom – von patientenzentrierten Forschungsprioritäten über Therapieergebnisse bei Schwangeren bis hin zu Biomarkern. Außerdem berichten wir in dieser Ausgabe unseres Schwerpunkt-Newsletters über die zunehmende Verbreitung von Trichophyton quinckeanum.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Melanom/Mykosen
Eine britische Untersuchung zeigt, dass Patienten mit Melanom die Forschung aktiv mitgestalten möchten. In semistrukturierten Interviews priorisierten sie Themen wie Risikofaktoren und Prävention, die Reduktion diagnostischer Verzögerungen durch Technologien wie Teledermatologie und Künstliche Intelligenz, Nebenwirkungen und Interaktionen neuer Therapien. Die Autoren sehen darin eine wichtige Grundlage, um Forschungsfragen patientenzentriert auszuwählen und weiterzuentwickeln.
Eine Arbeitsgruppe aus Brasilien verglich das Melanomrisiko schwangerer und nicht schwangerer Frauen. Trotz ähnlicher Rezidiv- und Mortalitätsraten zeigte sich ein signifikant besseres Gesamtüberleben für schwangere Patientinnen. Die Analyse von 15 Studien mit mehr als 29.000 Teilnehmerinnen belegte damit einen Überlebensvorteil schwangerer Frauen, während sich im Fünf-Jahres-Überleben und bei Rezidiven keine Unterschiede zeigten.
Forschende des Hauttumorzentrums der Ruhr-Universität Bochum haben in einer Metaanalyse nachgewiesen, dass eine Antibiotikagabe kurz vor einer Immuncheckpoint-Inhibitor-Therapie das Mortalitätsrisiko von Melanom-Patienten um 26 bis 55 Prozent erhöht. Besonders deutlich war der Effekt bei Kombinationstherapien aus PD-1- und CTLA-4-Inhibitoren. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des intestinalen Mikrobioms für den Therapieerfolg und die Notwendigkeit, mikrobiomgestützte Analysen in zukünftige Studien zu integrieren.
Eine britische Kohortenstudie überprüfte die prognostische Aussagekraft der Subklassifikation des American Joint Committee on Cancer im Stadium II des Melanoms. Die Forschenden konnten zeigen, dass das Scoring tumorinfiltrierender Lymphozyten (TILs) eine deutlich bessere Risikostratifizierung ermöglicht. Die Autoren empfehlen, ein TIL-Scoring als kosteneffektives Instrument in die Auswahl für adjuvante Immuntherapien einzubeziehen und fordern prospektive Studien zur Validierung.
Eine deutsch-schweizerische Arbeitsgruppe dokumentierte eine deutliche Zunahme von Infektionen mit Trichophyton quinckeanum in Deutschland und angrenzenden Ländern. Seit 2014 erfassten die Forschenden 550 Isolate, die überwiegend Haut- und Haarinfektionen wie Tinea capitis oder Kerion Celsi verursachten. Besonders betroffen waren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Infektionszahlen schwanken saisonal und korrelieren mit den Mäusepopulationen als Hauptreservoir. Auch Klimaänderungen könnten die Ausbreitung künftig beeinflussen.
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