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Liebe Leserin, lieber Leser,
in unserem regelmäßig erscheinenden Newsletter geht es dieses Mal um Psoriasis und Atopische Dermatitis.
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Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Psoriasis / Atopische Dermatitis
Forschende aus Taiwan analysierten 991 Behandlungszyklen mit Biologika bei Psoriasis-Patienten, um Prädiktoren für einen Rückfall nach einem Absetzen zu identifizieren. Die Rückfallzeit verkürzte sich mit der Anzahl vorheriger Absetzungen. Interleukin(IL)-23-Inhibitoren zeigten die längste Rückfallfreiheit, gefolgt von IL-12/23-, IL-17- und TNF-α-Inhibitoren. Wichtige Prädiktoren waren unter anderem der Wirkmechanismus und die Anzahl vorangegangener Absetzungen.
Die familiären Erfahrungen mit Psoriasis im Kindesalter während des Übergangs zur Adoleszenz untersuchten Forschende aus Neuseeland und Großbritannien anhand von Interviews mit Eltern-Kind-Paaren. Besonders belastend empfanden Betroffene die Sichtbarkeit der Erkrankung und die damit verbundene Stigmatisierung. Vor allem im Jugendalter rückten Identitätsfragen und das Körperbild in den Fokus. Die Autoren empfehlen daher psychologische Interventionen, um stigmabezogenen Stress zu mindern.
Eine multizentrische Kohortenstudie mit 4178 Psoriasis-Patienten untersuchte das Drug Survival von IL-23- und IL-17-Inhibitoren bei älteren und jüngeren Erwachsenen. Jüngere Patienten wiesen insgesamt höhere Drug-Survival-Raten auf. Ältere Patienten mit Psoriasis haben im Vergleich zu jüngeren erwachsenen Patienten ein erhöhtes Risiko, eine Behandlung mit Biologika abzubrechen.
Eine Studie aus Deutschland untersuchte den Zusammenhang zwischen Adipositas und dem Schweregrad der Atopischen Dermatitis (AD) bei 1416 Patienten aus der TREATgermany-Registerkohorte. In der Patientenkohorte mit AD war Adipositas signifikant mit den verwendeten Messgrößen für den Schweregrad der AD-Erkrankung assoziiert. Die Effektgrößen waren jedoch gering und von fraglicher klinischer Relevanz. Die Gesamtprävalenz von Adipositas unter den deutschen AD-Patienten war niedriger als in anderen Ländern, was frühere Forschungsergebnisse zur deutschen Bevölkerung bestätigt.
Die AHEAD-Empfehlungen (Aiming High in Eczema/Atopic Dermatitis) bieten einen neuen Ansatz für die Therapie der Atopischen Dermatitis. Die Empfehlungen basieren auf einem internationalen Konsens von 87 Experten aus 44 Ländern. Der Fokus liegt auf einer gemeinsamen Entscheidungsfindung sowie dem Erreichen einer minimalen Krankheitsaktivität. Für 30 von 34 Empfehlungen wurde ein starker Konsens erzielt. Patientenperspektiven flossen über eine globale Studie in die Empfehlungen ein.
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