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Montag, 15. Dezember 2025

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Mittelpunkt unseres Schwerpunkt-Newsletters stehen dieses Mal Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Dabei liegt der Fokus auf der Ernährung von Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
 

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

In der Weihnachtszeit geht es ja häufig ums Essen – für Menschen, die an einer Chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, ist das ein heikles Thema. Das Vermeiden bestimmter Lebensmittel kann sich dabei – aus Angst vor einer Verstärkung von CED-Symptomen seitens der Betroffenen – sogar zu einer regelrechten Ess-Störung auswachsen. So ließen in einer aktuellen Studie aus den USA Angaben von etwa einem Fünftel der teilnehmenden Patienten mit CED auf eine vermeidende restriktive Ess-Störung schließen. In der Phase zwischen zwei Krankheitsschüben stellte die Angst vor gastrointestinalen Symptomen den einzigen Prädiktor für ein solches Ess-Verhalten dar.

Mit der Frage, ob es mit einem erhöhten Risiko für Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa assoziiert ist, wenn regelmäßig Nüsse und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan stehen, haben sich die Autoren einer anderen Untersuchung beschäftigt. Sie stellten in einer Analyse von Daten aus drei großen US-Studien (Nurses‘ Health Study I und II, Health Professionals Follow-Up Study) fest, dass der Verzehr von Nüssen bei übergewichtigen oder adipösen Personen mit einer Senkung des Morbus-Crohn-Risikos in Zusammenhang zu stehen schien.
Krampfartige Schmerzen gehören zu den Leitsymptomen von CEDs, wobei diese Beschwerden nicht ausschließlich im Rahmen eines Krankheitsschubes auftreten. In einer landesweiten britischen Studie haben deren Autoren die jährliche Prävalenz aller über einen längeren Zeitraum und gleichzeitig verschriebenen Opioide, Gabapentinoide und Sedativa in diesem Zusammenhang ermittelt. Das Ergebnis: Die Rate der Verschreibungen lag für Erwachsene mit neu aufgetretener CED bei etwa 20 Prozent. Dabei warnen die Wissenschaftler vor dem Risiko einer erhöhten Mortalität, einer paradoxen Verschlechterung der Schmerzen und der Gefahr von Unterbrechungen der CED-Therapie in diesem Zusammenhang. 
 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

CED: Rund ein Fünftel ist von vermeidenden restriktiven Ess-Störungen betroffen

Patienten mit Chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) berichten häufig über Ess-Störungen. Speziell mit der Prävalenz vermeidender restriktiver Ess-Störungen (ARFID) bei Patienten mit CED haben sich Forschende aus den USA beschäftigt. Ziel war es, entsprechende Prädiktoren zu ermitteln.

Grossberg LB et al. A Multicenter Study to Assess Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder in Patients with Inflammatory Bowel Disease. Inflamm Bowel Dis 2025;31(9):2381–2389.

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CED: Höherer Konsum von Nüssen senkt das Morbus-Crohn-Risiko bei Übergewichtigen

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Nüssen und Hülsenfrüchten und dem Risiko für Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? In einer aktuellen Studie hat sich dies nicht bestätigt. Vielmehr senkte darin ein höherer Konsum von Nüssen sogar das M.-Crohn-Risiko bei übergewichtigen oder adipösen Personen.

Lopes EW et al. Dietary Nut and Legume Intake and Risk of Crohn‘s Disease and Ulcerative Colitis. Inflamm Bowel Dis 2025;31(9):2458–2466.

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Pädiatrischer Morbus Crohn: Spezifisches Ernährungsmuster zeigt Wirksamkeit bei Induktion einer Remission

Eine spezifische Ernährung bei Morbus Crohn (CDED), ergänzt um eine partielle enterale Ernährung (PEN), kann bei leichtem bis mittelschwerem M. Crohn eine Remission herbeiführen. An pädiatrischen Patienten hat ein Forscherteam nun Vergleiche mit einer ausschließlich enteralen Ernährung (EEN) angestellt.

Boneh RS et al. Modified Crohn’s Disease Exclusion Diet Maintains Remission in Pediatric Crohn’s Disease: Randomized Controlled Trial. Clin Gastroenterol Hepatol 2025;23(11):2001–2011.

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Sedativa und Schmerzmittel bei CED: Risikofaktoren identifiziert

Vielen Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) werden Beruhigungs- und Schmerzmittel verschrieben, darunter häufig auch Langzeitmedikamente, wie eine neue Untersuchung zeigt. Das kann Probleme mit sich bringen – auch für die Compliance bei der CED-Therapie.

Baillie S et al. Pain and Sedative Medication Use Among Individuals With Inflammatory Bowel Disease: A Nationwide Population-Based Cohort Study. Aliment Pharmacol Ther 2025;62(7):732–742.

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Psychische Belastung bei CED-Diagnose: Studiendaten sprechen für Beteiligung reeller Effekte der Darm-Hirn-Achse

Die Prävalenz psychischer Auffälligkeiten wie Ängsten oder Depressionen ist bei Patienten mit diagnostizierten Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) recht hoch. Es ist jedoch ungeklärt, ob diese Symptome auf reelle Darm-Hirn-Effekte zurückzuführen sind oder lediglich eine Folge eines vorangegangenen ungünstigen Krankheitsverlaufes sind.

Riggott C et al. Prevalence and Predictors of Symptoms of Anxiety or Depression at Diagnosis in Patients With Inflammatory Bowel Disease: An Inception Cohort. Aliment Pharmacol Ther 2025;62(8):788–798.

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Mehr aktuelle Forschung:

Modifizierte Crohn- Ausschluss-Diät als unterstützende Therapie und deren Auswirkungen auf eine klinische Remission und die Ernährung bei pädiatrischem Morbus Crohn. Eine Real-World-Studie aus China.
Children (Basel) 2025;12(11):1479.

Ernährung bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Wirksamkeit, Verträglichkeit und Mikrobiom-Effekte auf dem Weg zu einem individuellen Patienten-Management.
Dig Dis Sci, 28.11.2025

Fäkale Surrogatmarker korrelieren stark mit endoskopischen Befunden bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen mit Beginn im Kindesalter. Eine retrospektive Studie aus Japan.
Intest Res, 12.12.2025

Körperliche Aktivität steht in einem umgekehrten Zusammenhang mit einer klinischen Exazerbation bei Morbus-Crohn-Patienten in Remission. Eine prospektive Kohortenstudie.
Dig Dis, 11.12.2025

 

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