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Montag, 27. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen stehen im Fokus unseres neuen Schwerpunkt-Newsletters. Sie finden darin neue Forschungsergebnisse zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Kindesalter sowie zu Ernährung, Sarkopenie und Schwangerschaft bei Betroffenen.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa

Die Zahl der Fälle Chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CEDs) nimmt inzwischen weltweit zu – nicht mehr nur, wie in der Vergangenheit, in Nordamerika und Europa. Neuere Forschungsergebnisse deuten auch auf ein wachsendes Problem in Schwellenländern hin. Sich verändernde Ernährungsweisen auch in Afrika, Asien und Lateinamerika scheinen dabei eine Rolle zu spielen.

In einer aktuellen Untersuchung haben deren Autoren sich mit dem Thema Ernährung und CEDs näher befasst. Sie konnten in ihrer Studie unter anderem ausmachen, dass Fettsäuren in einem positiven Zusammenhang mit CED-Remissionen stehen.

Probleme mit der Ernährung, vor allem zu wenig Eiweiß, können zum Abbau von Muskelmasse führen. Wie sich eine zum Zeitpunkt der Diagnose eines Morbus Crohn bestehende Sarkopenie bei Kindern auswirkt, haben italienische Wissenschaftler jüngst untersucht. Sie beobachteten, dass die Beurteilung des Psoas-Muskels wichtige Hinweise auf die klinischen Outcomes – beispielsweise Crohn-Schübe, Komplikationen und Hospitalisierungen – geben kann.

Bei der Colitis ulcerosa haben die Verfasser einer neuen Arbeit festgestellt, dass eine rektale Entzündung vor der Bildung eines Pouches das Risiko für dessen Versagen nicht beeinflusst. Auch die Wahrscheinlichkeit von postoperativen Komplikationen oder einer langfristigen Pouchdysfunktion wurde als unter diesen Umständen nicht erhöht angesehen.

Lesen Sie außerdem, ob es beim Morbus Crohn im Kindesalter Unterschiede bei Krankheits- und Therapieverlauf je nach Lokalisation gibt und über das Risiko für einen Ileus in der Schwangerschaft nach präkonzeptioneller CED-Operation.

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Ernährung bei CED: Nahrungsinhaltsstoffe mit Einfluss auf die Krankheitsaktivität identifiziert

Die Ernährung spielt eine wichtige modulierende Rolle bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Jedoch müssen spezifische relevante Ernährungsfaktoren in diesem Zusammenhang noch identifiziert werden. Eine neue Studie liefert Hinweise.

Meima M et al. Food Compounds Associated With Disease Activity in IBD. Inflamm Bowel Dis 2025;31(11):3051–3059.

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Colitis ulcerosa: Mesalazin als leitliniengerechte Therapie

Bei milder bis moderater Colitis ulcerosa ist Mesalazin die erste Wahl. Mit oralem Mesalazin-Granulat kann das Therapieziel einer Disease Clearance – einer kombinierten klinischen, endoskopischen und histologischen Remission – erreicht werden, was mit einer günstigeren Langzeitprognose assoziiert ist. Weitere Informationen zu Therapie und Studienlage finden Sie hier: 

Referenzen | Fachinformation

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Sarkopenie bei pädiatrischem Morbus Crohn: Klar erhöhtes Risiko für klinische Rezidive im ersten Krankheitsjahr

Welchen Einfluss hat eine Sarkopenie auf die klinischen Outcomes bei Kindern mit Morbus Crohn? Laut einer Studie erhöht ein degenerativer Abbau der Skelettmuskulatur bereits zum Zeitpunkt der Diagnose das Risiko für klinische Rezidive im ersten Krankheitsjahr signifikant.

D‘Arcangelo G et al. The Impact of Sarcopenia on Clinical Outcomes in Pediatric Crohn‘s Disease. Inflamm Bowel Dis 2026;32(1):67–76.

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Rektale Entzündungen bei Colitis ulcerosa: Kein erhöhtes Risiko für Pouchversagen, -dysfunktion oder Komplikationen

Ein Pouchversagen bei Colitis ulcerosa erfordert die Entfernung des Pouches oder die Anlage eines permanenten Abführstomas. Jetzt haben Forschende untersucht, ob eine rektale Entzündung vor der Pouchbildung das Risiko für ein Pouchversagen bei erwachsenen Patienten beeinflussen könnte.

Winfeldt Baekgaard FR et al. The Severity of Rectal Inflammation and Pouch Surgery Outcome in Patients with Ulcerative Colitis: A Retrospective Cohort Study. Inflamm Bowel Dis 2026;32(1):1–8.

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Morbus Crohn bei Kindern: Lokalisation im Kolon ist mit erhöhten Verlaufs- und Therapierisiken assoziiert

Ein Morbus Crohn kann das Ileum (MC-L1) oder das Kolon betreffen (MC-L2). Forschende haben jetzt das klinische Erscheinungsbild bei der Diagnose und den Verlauf eines kolonalen gegenüber einem ilealen MC beziehungsweise einer Colitis ulcerosa bei Kindern verglichen.

Fumery M et al. Long-Term Outcome of Colonic and Ileal Crohn‘s Disease: A Two-Decade Population-Based Study in Pediatric-Onset Disease. Inflamm Bowel Dis 2025;31(11):3093–3102.

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Präkonzeptionelle CED-Operationen: Signifikantes Risiko für Ileus in der Schwangerschaft

Frauen mit einer Chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED), die deshalb operiert und danach schwanger werden, besitzen ein deutlich erhöhtes Risiko für unerwünschte Outcomes, die sowohl die Mutter als auch den Fötus betreffen. Eine neue Studie bestätigt das.

Friedman S et al. Complications of Ileus and Bowel Obstruction During Pregnancy in Women Who Have Had Surgery for Inflammatory Bowel Disease: A Population-Based Study. Am J Gastroenterol 2026;121(1):187–194.

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Mehr aktuelle Forschung:

Erfahrungen eines Behandlungszentrums in den USA mit der Ausschlussdiät bei Morbus Crohn: Eine retrospektive Studie.
Nutr Clin Pract 15.04.2026

Ernährungsmanagement nach einer Operation wegen Colitis ulcerosa: Eine thematische Analyse von TikTok-Content.
Nutrients 2026;18(7):1110.

Psychische Gesundheit und Lebensqualität bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Querschnittstudie zu deren Auswirkungen.
Gastroenterol Hepatol 14.04.2026

Einsatz von Corticosteroiden bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen im Kindesalter: Eine landesweite Kohortenstudie (2006–2022) aus Schweden.
United European Gastroenterol J 2026;14(2):e70160.

 

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