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Liebe Leserin, lieber Leser,
das Glaukom ist nach der altersbedingten Makuladegeneration weiterhin die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Neben einem erhöhten Augeninnendruck und höherem Lebensalter zählen unter anderem auch eine genetische Veranlagung sowie eine starke Myopie zu den wichtigsten Risikofaktoren. Eine Forschungsgruppe aus China hat nun zudem einen Zusammenhang zwischen erhöhten Serumharnsäurespiegeln und einem gesteigerten Risiko für ein primäres Offenwinkelglaukom herstellen können.
Um eine glaukombedingte Erblindung zu verhindern, kommt der Früherkennung eine entscheidende Bedeutung zu. Entsprechend arbeiten zahlreiche Forschungsgruppen an diagnostischen Ansätzen. So untersuchten Forschende aus Nepal, ob die Messung der Dicke des makulären Ganglienzellkomplexes mittels optischer Kohärenztomographie zur Diagnose des primären Offenwinkelglaukoms beitragen kann. Einen anderen Ansatz verfolgen Wissenschaftler aus Japan, die eine tabletbasierte Multistimulus-Perimetrie zur Verbesserung der Gesichtsfeldmessung testeten.
Die Standardtherapie des Glaukoms besteht in der täglichen Anwendung drucksenkender Augentropfen. Reicht deren Wirkung nicht aus oder werden sie nicht gut vertragen, kann die selektive Lasertrabekuloplastik als etabliertes minimalinvasives Verfahren zum Einsatz kommen. Es existieren zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit beider Behandlungsstrategien vergleichen. So konnten Wissenschaftler aus Brasilien in einer randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie zeigen, dass die Pascal-Selektive-Laser-Trabekuloplastik hinsichtlich ihrer Wirksamkeit der Behandlung mit Travoprost-Augentropfen nicht unterlegen ist.
Führen weder Augentropfen noch eine Laserbehandlung zum gewünschten Behandlungserfolg, stehen operative Verfahren zur Senkung des Augeninnendrucks zur Verfügung. Auch hierzu liegen aktuelle Forschungsarbeiten vor. So bewertete ein brasilianisches Forschungsteam die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil des Susanna-Glaukom-Drainagesystems über einen Zeitraum von fünf Jahren. Anhand der vorgestellten Studien wird sichtbar, dass sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie des Glaukoms kontinuierlich an neuen Ansätzen gearbeitet wird, um die Patientenversorgung weiter zu verbessern.
Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht

Ihre Sandy Schulz
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