Liebe Leserin, lieber Leser,
dieses Mal beleuchten wir in unserem Schwerpunkt-Newsletter gleich drei Themen. So geht es um neue Erkenntnisse zum Nierenzellkarzinom und dessen Therapie, wir berichten aber auch über aktuelle Forschungsergebnisse zum Umgang mit Konkrementen in den Harnleitern und zum Einsatz endoskopischer Verfahren in der Urologie.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Nierenzellkarzinom, Urolithiasis, Endourologie
Bei kleinen Nierentumoren bieten sich verschiedene operative Vorgehensweisen an. Laut den Autoren einer neuen US-Studie eignen sich hier sowohl die partielle Nephrektomie als auch die Kryoablation als Eingriffe, bei denen Funktion und Integrität der Nephrone erhalten werden können. Doch wie sieht das bei Nierentumoren aus, deren Größe mehr als drei Zentimeter beträgt? Pickersgill et al. haben diese im Hinblick auf verschiedene Überlebensmaße untersucht – mit gemischtem Ergebnis.
Ebenfalls aus den USA kommen neue Erkenntnisse zum Klarzelligen Nierenzellkarzinom im Kontext des Von-Hippel-Lindau-Syndroms: Den Forschenden zufolge sind in einer solchen Situation selbst bei engmaschiger Nachkontrolle postoperativ häufig erneute Eingriffe nötig.
Kommt es bei Patienten mit einem nicht metastasierten Nierenzellkarzinom zu einer Thrombenbildung in der Vena cava inferior, wird in der Regel eine vollständige Resektion vorgenommen. Dass bei Einsatz einer neoadjuvanten Therapie hier weniger invasiv – und damit für den Patienten schonender – vorgegangen werden kann, zeigt eine aktuelle Studie aus Japan.
Mit der Ureteroskopie und Laserlithotripsie zur Behandlung großer Konkremente im oberen Harntrakt bei Kindern haben sich Forschende aus Österreich und Großbritannien beschäftigt. Sie beobachteten in ihrer Studie eine hohe Steinfreiheitsrate sowie nur wenige Komplikationen.
Bei Patienten mit testikulären Keimzelltumoren kann ein minimalinvasives Vorgehen beim Entfernen von Lymphknoten eine Alternative zu einem offenen Eingriff darstellen: Das belegt eine retrospektive Untersuchung an der Universitätsklinik Düsseldorf. Die Forschenden hatten Behandlungsergebnisse nach retroperitonealer Lymphknotendissektion beziehungsweise offenem Vorgehen verglichen. Ihre Daten belegen eine Vergleichbarkeit der Eingriffe – aber auch einen nicht unerheblichen Vorteil des minimalinvasiven Vorgehens.
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