Zirkulierende Tumor-DNA ändert sich während der mCRPC-Behandlung

Symbolbild (KI-generiert): Salman Ahmad – stock.adobe.com

Eine aktuelle Studie zeigt dynamische Veränderungen im Mutationsprofil von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) nach Behandlung. Die Forscher kamen zu diesen Ergebnissen, indem sie die molekularen Veränderungen der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) im Therapieverlauf charakterisierten. Ihre Erkenntnisse haben Bedeutung für die personalisierte Behandlung von Patienten mit Rezidiven.

Chinmay T. Jani und Kollegen analysierten Daten aus „Guardant INFORM“, einer klinisch-genomischen Datenbank, die ctDNA-Profile mit Abrechnungsdaten verknüpft. In ihre Untersuchung schlossen sie mCRPC-Patienten ein, die Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs (ARPI), Poly(ADP-Ribose)-Polymerase-Inhibitoren (PARPI) oder Taxane erhalten hatten und bei denen innerhalb von 3 Monaten vor und nach Behandlungsabbruch eine ctDNA-Analyse durchgeführt worden war. Sie betrachteten Mutationsunterschiede vor und nach der Behandlung sowie das Gesamtüberleben (OS), die Zeit bis zum Behandlungsabbruch und die Zeit bis zur nächsten Behandlung, stratifiziert nach Art der Therapie und Veränderungen des Androgenrezeptors (AR).

Aus einer Kohorte von 36.774 Patienten identifizierten Jani und Kollegen 678 Patienten mit gepaarten ctDNA-Proben vor/nach ARPI, 188 vor/nach PARPI und 844 vor/nach Taxanen. Nach einer ARPI-Behandlung gehörten zu den häufigsten AR-Mutationen die AR-Amplifikation (jeweils % vorher / % nachher: 10,8/25,6), sowie die Punktmutationen L702H (1,3/7,9) und T878A (2,9/7,1). Die häufigsten Veränderungen in Genen der DNA-Reparatur durch homologe Rekombination betrafen nach einer PARPI-Behandlung die Gene ATM (25/23,4), BRCA2 (22,9/17), BRCA1 (4/2,1) und CDK12 (5,9/5,9). Nach einer Taxan-Therapie traten am häufigsten Veränderungen in TP53 (47,2/54), AR (33,2/49,9), PIK3CA (9,4/15,9) und EGFR (9,6 %/14,6 %) auf. Alle Behandlungskohorten zeigten nach der Therapie einen signifikanten Anstieg der Mutationslast (mittlerer Anstieg: 2,0–4,2 Veränderungen; p<0,001). Über alle 3 Behandlungsgruppen hinweg war das Vorliegen von AR-Veränderungen konsistent mit schlechteren klinischen Ergebnissen assoziiert.

(ms/BIERMANN)

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