Zöliakie: MRT könnte Verständnis des Einflusses einer glutenfreien Ernährung erklären12. Dezember 2024 Foto: © Javier/stock.adobe.com Um besser zu verstehen, wie eine Ernährung ohne Gluten Menschen beeinflusst, die an Zöliakie leiden, haben Forschende die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Sie versprechen sich von ihren Erkenntnissen neue Möglichkeiten der Therapie. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der MARCO-Studie (MAgnetic Resonance Imaging in COliac disease) kürzlich von einem Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der medizinischen Fakultät der Universität Nottingham (Großbritannien) zusammen mit Kollegen vom Quadram Institute in der Zeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“. Luca Marciani, Professor für gastrointestinale Bildgebung an der Universität Nottingham, erklärt: „Obwohl es sich um ein häufiges chronisches Leiden handelt, wissen wir immer noch nicht ganz genau, welchen Einfluss eine Zöliakie auf die Grundfunktionen des Darms hat und wie eine glutenfreie Ernährung dies verändert. Wir setzten die MARCO-Studie auf, um dieses Problem zu lösen. Dabei verwendeten wir die MRT zusammen mit einer Analyse des Darmmikrobioms, um Einblicke darin zu gewinnen, wie eine Ernährung ohne Gluten Menschen mit Zöliakie beeinflusst.“ Die Arbeitsgruppe rekrutierte 36 Personen, bei denen kurz zuvor eine Zöliakie festgestellt worden war. Außerdem schloss man 36 gesunde Freiwillige in die Studie ein. Es wurden Darm-MRTs durchgeführt sowie Blut- und Stuhlproben genommen. Anschließend vermieden die Patienten ein Jahr lang glutenhaltige Lebensmittel und fanden sich dann erneut für Untersuchungen ein. Auch die gesunden Probanden wurden nach einem Jahr wieder untersucht und gaben Stuhl- und Blutproben ab, wobei sie sich aber im Jahr zuvor normal ernährt hatten. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Patienten mit neu diagnostizierter Zöliakie nicht nur mehr Darmsymptome hatten, sondern auch mehr Flüssigkeit im Dünndarm und das der Transit von Darminhalt langsamer ablief als bei den gesunden Kontrollpersonen. Das Darmmikrobiom der Zöliakiepatienten wies mehr schädliche Bakterien wie Escherichia coli auf. Nach einem Jahr glutenfreier Ernährung verbesserten sich Darmsymptome, Flüssigkeit im Dünndarm und Darmtransit zwar, erreichten aber keine Normalwerte. Unter der Vermeidung von Gluten war auch eine Abnahme bei einigen guten Darmbakterien zu beobachten, wie Bifidobacteria, was mit der reduzierten Aufnahme von Stärke und Weizeninhaltsstoffen zusammenhing. „Es war insbesondere interessant zu beobachten, wie die Darmfunktion in den Bildbefunden mit bakteriellen Veränderungen der Darmmikrobiota korrelierte“, berichtet Marciani. „Diese Erkenntnisse lassen uns Darmfunktion und Physiologie bei Zöliakie besser verstehen. Sie eröffnen auch neue Möglichkeiten für die Entwicklung probiotischer Therapien, mit denen sich der negative Einfluss einer glutenfreien Ernährung umkehren lässt.“
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