Ausgabe 27/2026

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Dienstag, 30. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Tagen hat die große Hitze viele Themen an den Rand gedrängt. Eines allerdings drängte sich mir förmlich auf: KI-Agenten bzw. agentische KI. Da ich kein TikTok nutze, sind mir offenbar viele Videos von Menschen entgangen, die ihre Verpflichtungen von einer Künstlichen Intelligenz (KI) erledigen lassen und sich selbst den schönen Seiten des Lebens widmen. Davon angeregt hatte ein ZEIT-Journalist seinen persönlichen KI-Agenten geschaffen und kam nach dem Experiment zu dem Schluss, dass es leider für ihn selbst nicht gut aussieht … (Dossier vom 11.06.2026, S.13)

Der lesenswerte Artikel ließ mich bei einer abendlichen Erfrischung im Biergarten im Gespräch mit einem Neurologen spekulieren, was denn KI-Agenten zum Beispiel für Tumorkonferenzen erledigen könnten. Doch offenbar haben Experten sich darüber schon länger Gedanken gemacht, denn gleich am nächsten Morgen hatte ich das Fokus-Papier der Leopoldina zum Thema „Agentische KI im Gesundheitssystem: Chancen und Herausforderungen“ frisch publiziert auf dem Bildschirm. Zu den Autoren zählt Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Seine klare Einschätzung: „Das ist keine Option, sondern etwas, das wir machen müssen.“

Der Fokus-Gruppe gehören unter anderem auch Prof. Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums, Prof. Michael Hallek, stellvertretender Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Aachen Bonn Köln Düsseldorf, und Prof. Barbara Wollenberg vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München an. Die Lektüre des kostenlos verfügbaren Artikels kann ich nur empfehlen, eines der Anwendungsbeispiele betrifft die Onkologie. Meiner persönlichen (Laien-)Einschätzung nach wird die (agentische) KI unsere (Arbeits-)Welt ähnlich umkrempeln wie zuvor das Internet.

Doch zurück zum Alltag. Moderne onkologische Therapien haben leider nicht selten eine gewisse Kardiotoxizität im Gepäck. Auf dem Cardio-Oncology-Kongress der European Society of Cardiology (ESC) wurde eine Metaanalyse dazu vorgestellt, wie bzw. welche Herzinsuffizienz-Medikamente das Herz der Krebspatienten schützen können. Laut Studienleiter Dr. Wouter Meijers bestätigen die Studienergebnisse, dass die in den ESC-Leitlinien bei Herzinsuffizienz empfohlenen Therapien – insbesondere eine Kombination aus RAAS-Hemmern und Betablockern – die Herzfunktion unter Krebstherapien schützen können.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal sowie in unserer Zeitschrift KOMPAKT ONKOLOGIE. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine sonnige Woche!




   Ihre
   Sandra Frins

 

 
 
Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem

Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem steht – nicht nur durch den demografischen Wandel – vor Herausforderungen. Wie agentische KI künftig helfen kann, diese zu bewältigen zeigt eine Publikation der Leopoldina auf.

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OS-Vorteilc in der Adjuvanz: Jetzt bewertet mit AGO++2,6

Mit den aktualisierten AGO‑Empfehlungen 2026 wird Verzenios® (Abemacicliba) in Kombination mit endokriner Therapie bei HR+, HER2– nodal‑positivem frühem Brustkrebs mit erhöhtem Rezidivrisiko# erstmals mit ++ bewertet – basierend auf Daten der monarchE‑Studie.2,6

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BMN Verzenio
 
 
 

Metaanalyse: Herzinsuffizienz-Medikamente könnten das Herz von Krebspatienten schützen

Krebstherapien schädigen oft das Herz. Laut einer aktuellen Metaanalyse können Herzinsuffizienz-Medikamente wie RAAS-Hemmer und Betablocker hier protektiv eingreifen.

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NO NEWS IS GOOD NEWS.

Kisqali + ET kann das Leben von Patientinnen mit metastasiertem HR+/HER2– Brustkrebs verlängern und den Progress verzögern – auch bei älteren Patientinnen. Die Wirksamkeit ist durch Zulassungsstudien und Real-World-Datena bestätigt.1-3 Anerkannt in internationalen Leitlinien und nationalen Empfehlungen.b, 4-6

Pflichtangaben | Referenzen

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Immuntherapie und Operabilität beim Lungenkarzinom: Aktualisierte Living Guideline gibt neue Empfehlungen

Immuntherapie und Operabilität beim Lungenkarzinom: Aktualisierte Living Guideline gibt neue Empfehlungen

Systemtherapie beim Kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC), Bewertung der Operabilität bei Nichtkleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) und interventionelle Therapieverfahren ‒ unter anderem darum geht es bei der neuen Fassung der S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms”.

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Vanflyta® (Quizartinib) nun in den Onkopedia Leitlinien2

Basierend auf der Quantum-First Studie1 wird Vanflyta® (Quizartinib) von den Onkopedia Leitlinien für Patienten < 60 Jahren mit FLT3-ITD-positiver AML empfohlen. Die Erhaltungstherapie ohne alloHSZT mit Quizartinib wird empfohlen, wenn zuvor bereits Quizartinib verabreicht wurde –nach alloHSZT bei zusätzlicher Sorafenib-Kontraindikation.2 

Referenzen | Fachinformation

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Lungenkrebs: Neue Erkenntnisse für die Entwicklung stärker personalisierter Therapien

Forschende aus Spanien glauben die Antwort darauf gefunden zu haben, warum Adeno- und Plattenepithelkarzinome unterschiedlich auf eine Angiogenesehemmung reagieren. Eröffnen sich hier neue Wege für wirksamere Therapien?

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MAHA + Thrombos+
Neuro-Symptome = ?

Die Trias aus Thrombozytopenie, MAHA und neurologischen Auffälligkeiten ist in der Notaufnahme nicht selten. Doch wird dabei
an aTTP gedacht? Eine seltene, aber akut lebensbedrohliche Erkrankung. Jede Stunde zählt - ohne Therapie sterben bis zu 90% der Patient*innen.1

aTTP: Erworbene thrombotisch-thrombozytopenische Purpura;
MAHA: Mikroangiopathische hämolytische Anämie.

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1. Kremer Hovinga JA, et al., Blood. 2010;115(8):1500-1511.

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Multiples Myelom: Seltene Nebenwirkung von CAR-T-Zellen erfordert interdisziplinäre Versorgung

Multiples Myelom: Seltene Nebenwirkung von CAR-T-Zellen erfordert interdisziplinäre Versorgung

Kölner Forscher haben seltene neurologische Komplikationen untersucht, die bei Patienten mit Multiplem Myelom nach der CAR-T-Zelltherapie Ciltacabtagen autoleucel (Cilta-cel) auftreten können. Zudem entwickelten sie ein strukturiertes Konzept für die Zusammenarbeit zwischen Neurologie und Onkologie.

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Muskelinvasiver Blasenkrebs: ctDNA ermöglicht personalisierte postoperative Therapie

Bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) ermöglicht eine Untersuchung auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) nach neoadjuvanter Chemotherapie (NAC) und radikaler Zystektomie (RC) die Vorhersage des Rezidivrisikos und eine personalisierte postoperative Behandlung. Dies ist das Ergebnis der dänischen TOMBOLA-Studie.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zehn-Jahres-Ergebnisse nach CAR-T-Zelltherapien für B-Zell-Lymphome.
N Engl J Med 2026;394:2440–2448.

Ansprechen auf Crizotinib beim infantilen Fibrosarkom mit TFG::MET-Genfusion.
N Engl J Med 2026;394:2481–2483.

Neoadjuvante Therapie mit Paclitaxel, Trastuzumab und Pertuzumab bei HER2-positivem Brustkrebs im Stadium II-III: Eine Sekundäranalyse der DAPHNe-Studie.
JAMA Oncol 25.06.2026

Langzeitergebnisse bei Patientinnen mit rezidiviertem Eierstockkrebs und außergewöhnlichem Ansprechen auf PARP-Inhibitoren.
JAMA Oncol 25.06.2026

Langzeit-Nachbeobachtung der JCOG1008-Studie, einer randomisierten Phase-II/III-Studie zur Radiochemotherapie mit dem Vergleich von Cisplatin alle drei Wochen mit wöchentlichem Cisplatin postoperativ bei Kopf-Hals-Tumoren.
J Clin Oncol 26.06.2026

 
 
 
Therapeutischer HPV-Impfstoff bei Kopf-Hals-Krebs: Nutzen unklar

Therapeutischer HPV-Impfstoff bei Kopf-Hals-Krebs: Nutzen unklar

Beugt der therapeutische HPV-Impfstoff PepCan Rezidiven bei Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen vor? In einer Studie erwies sich der Impfstoff als sicher, reduzierte die Rezidivrate im Vergleich zu Placebo aber nicht.

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PANORAMA:

Forschende der MedUni Wien beschreiben einen bisher wenig beachteten Mechanismus bei metastasiertem Darmkrebs. Ihre Studie zeigt, dass EGFR auch bestimmte Immunzellen im Umfeld des Tumors beeinflusst.
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Mehrere Forschende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein sind auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie für ihre Brustkrebsforschung ausgezeichnet worden.
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Das IQWiG hat dem risikoadaptierten Screening auf Prostatakrebs eine Absage erteilt. Es erkennt darin jedoch durchaus Potenzial.
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Viele ältere Menschen nehmen mehrere Medikamente täglich ein. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass die selbstständige Anwendung dieser Arzneimittel mit Herausforderungen verbunden ist.
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TERMINE:

60th Ophthalmic Oncology Group Meeting
2.–4. Juli 2026
London (Großbritannien)

Immunonkologika und gezielte Therapien Refresher
3.–4. Juli 2026
Online

45. Jahrestagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin
10.–11. Juli 2026
Garmisch-Partenkirchen

excellence in oncology – Lungenkarzinom
11. Juli 2026
Online 

excellence in oncology – Mammakarzinom
18. Juli 2026
Online

 
 

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