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Liebe Leserin, lieber Leser,
in unserem Themen-Newsletter geht es dieses Mal um den Schwerpunkt Gastroenterologische Onkologie.
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Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Gastroenterologische Onkologie
In den meisten Studien sind die Vorteile beim Überleben durch Verfahren oder Medikamente leider recht überschaubar. Umso erfreulicher sind daher immer Ergebnisse, bei denen ein deutlicher Unterschied zu erkennen ist. Einen solchen zeigt eine – zugegebenermaßen nicht allzu große – Studie zu Patienten mit permanent inoperablen kolorektalen Lebermetastasen. Für diese Untersuchung wurden Betroffene im Alter von 18–65 Jahren mit einem ECOG-Status von 0–1, permanent nichtresektablen Lebermetastasen eines resezierten Kolorektalkarzinoms ohne BRAF-Mutation, das auf eine systemische Chemotherapie angesprochen hatte (≥3 Monate, ≤3 Linien) und ohne extrahepatische Erkrankung rekrutiert. In der ITT-Population ergab sich eine Rate des 5-Jahres-Gesamtüberlebens von 56,6 Prozent für Lebertransplantation plus Chemotherapie versus 12,6 Prozent mit alleiniger Chemotherapie, in der PerProtokoll-Population waren es 73,3 versus 9,3 Prozent.
Mit künftigen Metastasen eines Pankreaskarzinoms befassten sich Wissenschaftler um Dr. Linda Bojmar vom Meyer Cancer Center in New York, USA. Demnach können per multiparametrischer Erstellung eines Profils der Biopsien, die zum Zeitpunkt der Diagnose des Pankreaskarzinoms genommen wurden, das Metastasierungsrisiko und der Organotropismus bestimmt und die klinische Stratifizierung für die Auswahl der optimalen Behandlung gesteuert werden.
Ebenfalls mit dem Pankreaskarzinom beschäftigte sich eine Untersuchung, welche die Wirksamkeit einer auf dendritischen Zellen basierenden Immuntherapie zur Rezidiv-Prophylaxe nach Resektion und Abschluss der Standardbehandlung testete. Mit Erfolg: Nach einer medianen Nachbeobachtung von 25,5 Monaten waren mit 26 Patienten 68 Prozent frei von Rezidiven. Diese Impfung führte zur Anreicherung zirkulierender aktivierter CD4+-T-Zellen und zum Nachweis Therapie-induzierter Immunreaktionen in vitro. Außerdem konnten die Autoren anhand von T-Zell-Rezeptor-Sequenzierungsanalysen einer resezierten solitären Lungenmetastase einen Zustrom Impfstoff-spezifischer T-Zellen belegen.
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